Montag, 11. Mai 2009

Tauschbörse

Am heutigen Morgen kam bei uns richtige Flohmarkt-Stimmung auf. Es fiel uns nicht so schwer, Dinge mitzubringen. Wir haben Sachen ausgewählt, die wir schon lange nicht mehr gebraucht haben und die uns nichts mehr bedeuten. Bei den meisten sind wir froh, dass wir sie los geworden sind. Für uns hatten sie keinen brauchbaren Wert mehr und standen einfach herum.
Ist eigentlich schon "krass", wie viele Gegenstände wir zuhause zu haben pflegen, die wir nicht benötigen. Diese an Personen weiterzugeben, ist sehr sinnvoll. Wir finden es witzig, dass für uns unbrauchbare Gegenstände für andere von Nutzen sind.
Trotzdem verstehen wir, dass nicht alles mitgenommen wurde.
Wir mussten uns aber überwinden, etwas mitzunehmen, wofür wir nichts zahlen müssen. Das ist ein ungewohntes Gefühl.
Das Angebot verlockte einige aber auch dazu, Dinge zu nehmen, die wir selber auch nicht unbedingt brauchen....
Grundsätzlich haben wir mehr mitgebracht, als wir genommen haben.

Mit Kindern könnte man das ziemlich genau so durchführen. Nicht gerade im Kindergarten, aber etwa ab der 2. Klasse. Evtl. sogar mit dem ganzen Schulhaus. Nur müsste der Zeitpunkt etwas klarer gesetzt werden: Zuerst alles ausstellen und dann gleichzeitig starten mit dem Auswählen. Auch wird es dann kritisch, wenn zwei Kinder genau den gleichen Gegenstand möchten. Da müsste man zuvor gewisse Regeln aufstellen.

Dienstag, 5. Mai 2009

Brauchen wir all die Kleider, die wir kaufen?





Welche Frau kennt es in unseren Breitengraden nicht… es packt uns hin und wieder – wir gehen shoppen. Eventuell völlig spontan, ohne Vorhaben irgendetwas zu kaufen oder auch richtig geplant: „Ich brauche unbedingt eine neue Jeans“.

Schon häufig habe wir uns kurz vor einem Kleiderkauf überlegt: Brauche ich das wirklich? Zu 90% würden wir die Frage mit nein beantworten. Trotzdem schlagen wir meist zu.

Wir würden uns jetzt nicht als Frauen bezeichnen, die enorm viele Kleider einkaufen. Aber trotzdem erstaunt es uns bei der genaueren Betrachtung unseres Kleiderschrankes immer wieder von Neuem: 10 Paar Jeans, unzählige Oberteile, Pullover… und trotzdem haben wir so unsere fünf Lieblingssachen, die wir häufig tragen und die anderen bleiben die meiste Zeit unbeachtet im Schrank liegen.

Manchmal packt uns dann das schlechte Gewissen: in anderen Ländern haben sie nichts anzuziehen, erfrieren und ich lebe in einem solchen Überfluss?!? Das kanns doch wirklich nicht sein!

Als Studentinnen kaufen wir meist sehr günstig ein – H&M, C&A oder sogar secondhand. Dabei müssten wir uns zusätzlich Gedanken über die Produktionsweise dieser Kleider machen. Wer hat dieses Kleidungsstück womöglich bearbeitet? Vielleicht ein Kind? Wie viel Geld verdient diese Person wohl an diesem günstigen Kleidungsstück? Sicherlich sind die billigen Preise nicht fair…dennoch können wir uns als Studentinnen keine teuren Markenkleider leisten… das ist ein Teufelskreis, in dem wir uns da befinden.

Um unser schlechtes Gewissen zu beruhigen, haben wir uns im Rahmen eines nachhaltigen Projektes dazu entschieden, jemanden, der es wirklich nötig hat, an unserem Überfluss an Kleidern teilhaben zu lassen. Wir schenken unsere gut erhaltenen Kleider weiter – an die Kleidersammelstelle, welche mit caritas zusammenarbeitet.

Hoffen wir, dass diese Kleider am richtigen Ort ankommen und jemand davon profitieren kann!

Ein kleiner Beitrag zur Nachhaltigkeit – aber ein erster Schritt in die richtige Richtung.

In Zukunft werden wir unser Kleiderkauf-Verhalten noch genauer unter die Lupe nehmen.


Mirjam B. Vogel, Petra Oberholzer, Sina Huber, Eveline Buchegger, Carla Bokstaller

Dienstag, 7. April 2009

Rückmeldung 2

Liebe Studierende,

obschon manche von Ihnen durch die beiden letzten Wochenblogs mitten im Schlussspurt für die Bachelorarbeit „erwischt“ wurden, haben Sie sich doch mehrheitlich den Aufträgen zu Natur und Achtsamkeit gestellt und dabei Erfahrungen gemacht. Diejenigen, die ihre BA für eine Stunde weglegen konnten, fanden weitgehend, dass dies gewonnene und nicht vertane Zeit ist, dass durch den Aufenthalt in der Natur Energie, die vorher gefehlt hat, zurückkommt. Einfach nur sein, wahrnehmen, sich öffnen und die automatisierten Gedanken für eine Weile loslassen, das ist Balsam für die Seele und purer Stressabbau. Danke für die eindrücklichen Beschreibungen und Selbstbeobachtungen! Entspannung, Ruhe, Vertrauen, Schönheit, Fluss des Lebens, Eingebundensein sind Stichwörter, die aufscheinen. Diejenigen, die sich jetzt nur theoretisch über ihre Naturbeziehung geäussert haben oder im Auto/Zug die Natur „erlebt“ haben mögen doch an einem herrlichen Frühlingstag die entgangene Erfahrung nachholen. Es lohnt sich!
Ihre Achtsamkeitsblogs erzählen viel über achtsames Handeln für eine nachhaltige Zukunft. Sie sind wirklich aufmerksam geworden für das, was Sie selber und andere tun oder unterlassen. Auch die PH kommt nicht ungeschoren weg, nicht zu Unrecht. Lassen Sie es uns doch wissen, wenn Ihnen etwas auffällt und ärgern Sie sich nicht im Stillen. Gemeinsam können wir mehr erreichen und etwas verändern.
Für mich hat Achtsamkeit zunächst nicht die Handlungskomponente, sondern ich versuche mit den Übungen oder Erinnerungszetteln aus automatischem Denken und Tun aufzuwachen und in Kontakt zu kommen mit mir selbst, bewusst und ohne zu urteilen im gegenwärtigen Moment zu sein, in Harmonie mit mir und der Welt zu leben. Die aus der Buddhistischen Praxis stammende Achtsamkeit hat sich säkularisiert und ist heute als Fundament zum Handeln weit verbreitet. Der Mediziner Jon Kabat Zinn hat mit seinen Büchern und CDs eine wunderbare Basis für Stille und Selbstbesinnung im Alltag geschaffen (Tipp auch für den hektischen Berufsalltag einer Junglehrerin/eines Junglehrers: Im Alltag Ruhe finden, Fischer Verlag, 2007).

Ich wünsche Ihnen von Herzen sonnige Ostertage mit viel Ruhe und Entspannung
U.Frischknecht

PS: In Ihrer Bloggruppe sind die Aufträge in Ordnung und müssen nicht nachgebessert werden.

Dienstag, 17. März 2009

Spatziergang im Wald


Ich wiess nicht mehr wo weitermachen... All die Modulnachweise die noch anstehen. Zudem warten die Arbeiten im Hauhalt, Einkäufe für die Familie, etc. In letzter Zeit hatte ich keine Zeit mehr für mich. Ich getraue mich auch nicht, mir diese Zeit zu nehmen. Meine Modulnachweise werden ja nicht von einem Wichtelmännchen geschrieben, während dem ich mich an der Sonne auf dem Balkon ausruhe und über mein Leben nachdenke.

Jetzt aber muss ich mir diese Zeit nehmen - ein Auftrag der Schule. Ich freue mich, diese Stunde mir und der Natur zu widmen. Müde und ausgelaugt beschliesse ich mich einen Spaziergang im nahegelegenen Wald zu unternehmen.

Ich treffe einzelne Leute. Ein älteres Ehepärchen und eine Frau mit ihrem Hund. Schön, denke ich, wenn man an einem solch sonnigen Tag sich Zeit nehmen kann, einen Spaziergang in dem „frühlings-erwachenden“ Wald zu machen. Ich richte meine Aufmerksamkeit der Natur zu. Ich höre einzelne Spatzen singen, sehe eine Amsel am Boden nach Futter suchen, nehme das Windrauschen des Waldes wahr, betrachte die riesengrossen Tannen (gigantisch, wie gross die sind), finde erste blühende Knospen an einem kleinen Strauch, höre das Rauschen des Baches, ... Unglaublich, was da alles in einem solchen Lebensraum abläuft und zu hören, zu beobachten, wahrzunehmen ist.
Ich geniesse diese Zeit für mich. Ich kann völlig abschalten und vergesse alles um mich herum. Mir wird bewusst, dass ich mir in Zukunft des Öfteren solche Momente gönnen muss - und auch darf.

Ich denke, dass das Dasein der Natur viel zu wenig genutzt und geschätzt wird. Wir vergessen all ihre Schönheiten in unserem stressigen Alltag. Schade! Wenn die Schule im Sommer abgeschlossen ist, werde ich ganz bestimmt mit meinem Sohn wieder öfters in den Wald gehen.

Naturgenuss


Leider kam auch bei mir in letzter Zeit das Geniessen der Natur zu kurz... wenn man so viel zu tun hat, setzt man andere Prioritäten. Jedoch wäre es, wie auch Carla schreibt, eine wunderbare Abwechslung zum stressigen Studienalltag.

Letzten Sonntag kam ich aber dennoch einige Zeit dazu, mich draussen zu bewegen. Wir spazierten um einen riesigen Weiher namens "Wichensteinli", der sich im Naturschutzgebiet befindet .. dieser Weiher beeindruckt mich immer wieder von Neuem, weil er sehr speziell ist. Aus ihm ragen überall ganz dicke Baumstämme heraus, es sieht nicht aus wie von dieser Welt.

Beim Hinsetzen und Horchen fiel mir folgendes auf: auf, in und um ihn sind viele Lebewesen zu beobachten. Vögel, Enten, Schwäne,Fische, Insekten... alle diese Tiere schätzen den Weiher und leben wohl von und mit ihm. Beim Zurücklaufen fielen mir die vielen "Wiedekätzli" am Wegrand auf. Meine Begleitung reagiert allergisch auf diese, da sie wohl viele Pollen enthalten (diese Allergien, auch ein Zeichen unserer Zeit)... glücklicherweise fühle ich mich in der Natur sehr wohl und reagiere kein bisschen allergisch auf irgendetwas... Ich weiss die Natur als Ruhe- und Kraftort sehr zu schätzen. Dabei werde ich mir desöfteren wieder bewusst, dass ich auch Verantwortung für diese wunderschöne Natur trage. Ich kann unter anderem beeinflussen, wie sie sich weiterentwickelt und wie es ihr in Zukunft gehen wird. Ich versuche mich stets respektvoll gegenüber ihr zu verhalten und hoffe, in Zukunft etwas mehr Zeit dazu finden zu können!

Montag, 16. März 2009

Zeit haben...Zeit geniessen...eine Kunst?

Als ich vorgestern den Auftrag für den Blog in dieser Woche gelesen habe, fragte ich mich ein wenig ärgerlich, wann ich in dieser letzten Woche vor der Abgabe meiner Bachelorarbeit die Zeit finden würde, eine Stunde lang die Natur zu geniessen.
Seit ungefähr fünf Wochen arbeite geht beinahe meine ganze Freizeit für die Bachelorarbeit drauf. Jeden freien Nachmittag, jeden Samstag und Sonntag sitze ich an meinem Laptop oder an der Nähmaschine.
Meine Mutter hat mir in dieser mühsamen Zeit oft geraten, mit ihr einen Spaziergang in der Natur zu machen oder mich einfach für eine kurze Zeit nach draussen zu sitzen. Nachgegangen bin ich diesen Ratschlägen nicht.
Wenn ich soviel zu tun habe und mich dann versuche hinzusetzen und das Nichtstun zu geniessen, kann ich mich am allerwenigsten entspannen. Es kreisen mir nämlich 1000 Gedanken durch den Kopf, wie ich was wann am besten erledige. Denke ich nur daran, was in diesem halben Jahr noch alles auf mich zukommt, werde ich beinahe wahnsinnig. Deshalb beschäftige ich mich lieber den ganzen Tag ununterbrochen, damit solche belastenden Gedanken den Weg in meinen Kopf gar nicht erst finden.

Heute, an diesem schönen frühlingshaften Tag, hatte ich besonders Mühe, nur in meinem Zimmer zu sitzen. Ich bin nämlich gerne in der Natur, aber aktiv. Ich muss eifach immer etwas tun.
Nun hatte ich mir für heute vorgenommen, meine Puppe (Teil meiner BA) fertigzunähen und an der Arbeit weiterzuschreiben. Als erstes musste ich sägen. Dafür ging ich gerne an die frische Luft. Auf dem Sitzplatz genoss ich das Gefühl der wärmenden Sonne auf meinem Rücken. Anschliessend musste ich den Kopf der Puppe an den Körper nähen. Dies erledigte ich in meinem Zimmer. Ich öffnete die Balkontüre und stellte einen bequemen Sessel in den Türeingang. Dort verbrachte ich zwei Stunden in der warmen Sonne mit Nähen. Ich konnte im Tshirt dasitzen und hatte beinahe zu heiss. Dies mag ich besonders an der Natur. Wenn es so warm ist, dass ich fast ins Schwitzen komme, aber nur fast.

Natürlich versuchte ich, den Auftrag doch bestmöglich umzusetzen und konzentrierte mich deshalb neben meiner Näharbeit auf die Eindrücke meiner Umgebung.
Leider hatte ein Bauer gerade heute die Idee, zu "gülnen", weshalb es nach dem Mittag unerträglich stank draussen. Ich überging diesen Gestank, weil ich es nicht ausgehalten hätte, bei diesem Wetter hinter geschlossener Balkontüre zu sitzen.
Etwa 100m vor unserem Haus finden gerade Bauarbeiten statt. Dies verursacht leider einen ziemlichen Lärm. Jedoch habe ich es geschafft, diesen zu überhören. Viel mehr genoss ich das Vogelgezwitscher und die Stimmen im Garten herumwerkelnder Nachbarn. Diese Geräusche gehören für mich zum Frühling.
Heute habe ich gemerkt, wie sehr ich mich auf wärmere Tage freue!
Ich hoffe natürlich, dass ich in den nächsten Wochen einmal die Zeit finden werde, die Natur zu geniessen ohne ständig über bevorstehende Arbeiten und Erledigungen nachzudenken. Am meisten freue ich mich auf das Am-See-Liegen. Dies ist der einzige Ort an der Natur, wo ich das Nichts-tun geniessen kann. Eigentlich schade, dass ich sonst so "ungemütlich" bin...

Sich Zeit nehmen...

Ehrlich gesagt hatte ich mit dem Wochenimpuls dieser Woche ein bisschen meine Probleme. Einfach eine Stunde hinaus in die Natur sitzen, nichts tun und die Umgebung wahrnehmen? Einerseits muss ich dann immer wieder daran denken, welche Arbeiten ich alle noch zu erledigen hätte, andererseits bin ich der Typ Mensch, der sich bei Stille gar nicht so gut entspannen kann. Während des Lernens und Arbeitens brauche ich mindestens Musik um mich herum, wenn es ganz still ist kann ich mich überhaupt nicht konzentrieren, weil es einfach zu leise ist...
Wenn ich mich nach draussen unter einen Baum setze, ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass ich unter der Einwirkung der Sonne einschlafe. Dies passiert mir häufig wenn ich mich in die Wiese lege und ein Buch lesen möchte.
Die Frage ist nun, ist das normal, haben das noch andere Leute? Oder ist es schon traurig, dass ich ohne Medien gar nicht mehr sein kann...
Darum dachte ich mir, packe ich eben ein paar Basteleien für meine Bachelorarbeit nach draussen und versuche wenigstens, ohne Medien rundherum zu arbeiten.
Anfangs war es sehr schön, ich konnte in der Sonne auf der Terasse sitzen und meine Figürchen für ein kleines Rollenspiel optimieren. Ab und zu schaute ich in den Garten und sah ein paar Insekten, die sich um die Büsche tummelten. Etwas ferner hörte ich die Autos auf der Hauptstrasse vorbeifahren.
Immerwieder musste ich aber hineinlaufen, um den Leim, eine Zeitung oder andere Materialien für die Verarbeitung zu holen. Nach 20 min wurde mir das Ganze dann doch zu blöd und ich packte meine Sachen und arbeitete wieder an meinem Schreibtisch.
Um mich aber doch noch der Natur zu widmen, gehe ich nach getaner Arbeit noch eine Runde mit meinem Hund in den Garten spielen.
So ganz ruhig unter einen Baum sitzen ist eben einfach nicht meine Art...